Epicooler: Kühlt das Gerät einen Raum wie eine Klimaanlage?
Die Antwort von VOM
VOM HAT ES BEREITS GEPRÜFT
FALSCHE BEHAUPTUNG 95 % Vertrauen: „Der Epicooler kühlt einen Raum wie eine Klimaanlage“
Falsch (geprüft von VOM am ): Ohne eine Methode zur Wärmeableitung nach außen kann der EpiCooler die Umgebungstemperatur eines Raumes nicht wirklich senken… Quelle: ibtimes.com.
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Über diese Prüfung
Eine Anzeige verspricht ein Gerät, das jeden Raum schnell abkühlt, ohne eine Installation und für einen Bruchteil von dem, was eine Klimaanlage kostet. Diese Seite prüft die Behauptung, auf die diese Werbung baut: dass der Epicooler einen Raum wie eine Klimaanlage kühlt. Sie bewertet das Gerät und seine Werbung, keine Person.
Was die Werbung verspricht
Auf zdfheute.de heißt es: „Gerade während Hitzewellen werden die Geräte als einfache, sparsame und vor allem günstige Alternative zu herkömmlichen Klimaanlagen präsentiert.“
Zum Preis schreibt zdfheute.de: „Knapp 140 Euro soll beispielsweise der "Epicooler" kosten.“
Die Masche beschreibt netzwelt.de so: „Der fragwürdige Epicooler und ähnliche Geräte tauchen als Anzeige auf vielen Webseiten und auch in einem gefälschten Artikel auf.“
Was im Test herauskam
Auf test.de beschreiben die Tester ihr Vorgehen: „Wir haben eine bestellt und aufgeschraubt.“
Das Ergebnis steht auf test.de in einem Satz: „Das Gerät kann nur heizen.“
Zum Kühlbetrieb heißt es auf test.de: „Spürbar ist lediglich ein schwacher Luftzug.“
Und weiter auf test.de: „Auch nach längerem Warten zeigt unser Thermometer keine Abkühlung.“
Zum Inneren schreibt test.de: „Anstatt Kühltechnik finden wir in dem Gehäuse nur einen stinknormalen PC-Lüfter (Pfeil blau) und ein Heizmodul (Pfeil rot).“
Der Preis, laut test.de: „Kostenpunkt: schlappe 163 Euro – für eine echte Klimaanlage wäre das sehr wenig.“
Zum Anbieter schreibt test.de: „Laut Impressum stammt die Firma aus den USA.“
Das Fazit auf test.de: „Beim Epicooler handelt es sich nicht um eine Klimaanlage, und für das tatsächlich gebotene Produkt, eine Art PC-Lüfter mit Heizfunktion, ist der Preis viel zu hoch.“
Warum so ein Gerät keinen Raum kühlt
Die Physik dahinter erklärt zdfheute.de: „Physik lässt sich nicht überlisten: Energie - in diesem Fall Wärme - lässt sich nicht vernichten, sie kann nur wegtransportiert oder umgewandelt werden.“
Und weiter auf zdfheute.de: „"12.000 BTU" - so nennt sich die Maßeinheit für Wärmeenergie - lassen sich mit einem solchen Gerät rein physikalisch nicht aus einem Raum abführen.“
Die Einordnung auf verbraucherzentrale.de: „Günstige Mini-Klimaanlagen aus Online-Werbung sind häufig einfache Ventilatoren oder Heizlüfter, die keinen Raum wirksam kühlen können.“
Zu den Bestellungen schreibt netzwelt.de: „Echte Kundinnen und Kunden haben nach ihrer Bestellung des EpiCoolers und vergleichbaren Geräten jedoch nach irrsinnig langer Lieferzeit nur einen Ventilator erhalten.“
Wer hinter der Werbung steht
Auf zdfheute.de heißt es: „Die ASA untersagte dem Unternehmen "UAB Rara Digital", das unter anderem hinter "Epicooler" und "Airabreeze" steht, deshalb Werbung in dieser Form.“
Zum Shop schreibt test.de: „Die Epicooler-Webseite leitet uns bei der Bestellung zu Coolizi weiter.“
Über diesen Shop schreibt verbraucherzentrale-niedersachsen.de: „Rücksendungen müssen Sie auf eigene Kosten nach China schicken.“
Und weiter auf verbraucherzentrale-niedersachsen.de: „Verbraucher berichten, dass die Mini-Klimaanlagen unnütz sind.“
Die Anzeichen
- Ein Warnsignal, das verbraucherzentrale.de nennt: „Versprechen, die physikalisch kaum möglich sind, zum Beispiel "kühlt in 90 Sekunden den ganzen Raum".“
- Dazu laut verbraucherzentrale.de: „Die Webseiten hinter den Anzeigen wirken häufig wie Testportale.“
- Zum Preis schreibt verbraucherzentrale.de: „Die Verkaufspreise liegen teils beim Zehnfachen des Großhandelspreises.“
Wenn schon bestellt wurde
- Das Recht, laut verbraucherzentrale.de: „Grundsätzlich steht Ihnen ein 14-tägiges Widerrufsrecht zu.“
- Die Grenze, ebenfalls auf verbraucherzentrale.de: „Aber: Die tatsächliche Durchsetzung Ihrer Rechte wird in vielen Fällen erschwert, da die Anbieter oft im außereuropäischen Ausland sitzen.“
- Zuerst, laut verbraucherzentrale.de: „Versuchen Sie, Zahlungen rückgängig zu machen.“
- Wer mit der Kreditkarte gezahlt hat, liest auf verbraucherzentrale.de: „Leiten Sie bei Kreditkartenzahlung ein Chargeback-Verfahren ein oder kontaktieren Sie den Käuferschutz.“
- Zur Rücksendung rät netzwelt.de: „Achtung: Wenn ihr für die Rücksendung zahlen sollt, dann sendet das Produkt nicht zurück.“
- Und weiter auf netzwelt.de: „Meldet euch bei eurer Bank oder dem Kreditkartenunternehmen.“
- Wer unsicher ist, findet auf verbraucherzentrale-niedersachsen.de diesen Weg: „Nutzen Sie die kostenfreie Telefonberatung der Verbraucherzentrale Niedersachsen.“
- Wer so eine Anzeige sieht, fügt ihren Text oben in das Feld ein: VOM prüft das Versprechen, bevor jemand bestellt.
Fragen dazu
Kühlt so ein Gerät wenigstens ein bisschen?
Direkt vor dem Gerät kann sich die Luft durch die Bewegung frischer anfühlen; einen Raum kühlt es nicht ab, weil die Wärme den Raum nicht verlässt. Die Antwort von VOM auf die Behauptung, dass der Epicooler einen Raum wie eine Klimaanlage kühlt, steht oben, mit den Quellen.
Ich habe schon bestellt. Was jetzt?
Die Schritte stehen oben in dem Abschnitt für den Fall, dass schon bestellt wurde: den Kauf innerhalb der Frist widerrufen, die Zahlung über die Bank, die Karte oder den Käuferschutz zurückholen, und nichts zurückschicken, das man selbst bezahlen muss, ohne vorher bei der Bank nachgefragt zu haben.